Reallabor Leipzig

Im Rahmen des Forschungsprojektes SURTRADE ist die Durchführung eines REALLABORS in der Leipziger Innenstadt geplant. Das REALLABOR soll Chancen und Risiken der zukünftigen Handelsentwicklung in der Leipziger Innenstadt diskutieren. Dazu gehört die Bearbeitung von Fragen, wie:

  • Welche Möglichkeiten und Grenzen bringen die Digitalisierung und die damit verbundenen technischen Möglichkeiten für die Händler der Innenstadt mit sich?
  • Welche Sortimente und Betriebsformate sind besonders durch die Veränderungsprozesse herausgefordert?
  • Welche Synergien ergeben sich aus der Verknüpfung von Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur etc. durch die Digitalisierung?
  • Verändert sich Lagegunst durch Digitalisierung?
  • Welche Chancen zur Revitalisierung lassen sich erschließen?

REALLABOR bedeutet in diesem Zusammenhang die Initiierung eines Entwicklungsprozesses unter Beteiligung zentraler Akteure des Einzelhandels-, der Stadtentwicklung und der Wissenschaft (inkl. Studierendenprojekt).

Der Reallaborprozess wird durch eine Arbeitsgruppe “Leipziger Innenstadt” begleitet:

  • Stefanie Komm, Stadtplanungsamt, – Stadt
  • Heike Melzer, City Leipzig Marketing e.V. – CM
  • Michael Zielke, Geschäftsführer des Karstadt Warenhauses in Leipzig und Vorsitzender des City Leipzig Marketing e.V., – CM
  • Marketa Kourimska, Projektleiterin, LVZ Logistik GmbH – LVZ Post
  • Andrea Schötter, Frank Hahn, Industrie- und Handelskammer zu Leipzig – IHK
  • Katja Lurie, HHL, Projektpartner SURTRADE – HHL
  • Katrin Schade, Wiss. Mitarbeiterin ISB, Universität Leipzig – ULE
  • Dr. Tanja Korzer, geschäftsführende Akademische Assistentin, Universität Leipzig – ULE
  • Ulrich Fischer, Geschäftsführer des Modehauses „Mein Fischer seit 1832“
  • Andreas Erzkamp, Geschäftsführung LVZ Logistik GmbH
  • Inga Ladleif, Tchibofiliale, Bahnhofspromenaden

Nach einer Anlaufphase (bis April 2018) wird das Reallabor im Rahmen eines Studienprojektes der Universität Leipzig (Moduls Stadtmanagement II) vorbereitet. Das Studienprojekt läuft von April bis Juni 2018.

Ausgehend von den o.g. Fragestellungen soll im Rahmen des Projektes folgende These verifiziert bzw. falsifiziert werden:
ADAPT OR DIE: urbane Handelslagen der Zukunft können nur überleben, wenn sie sich neben der Optimierung ihres Offline-Angebotes dem Onlinehandel nicht verschließen. Daran geknüpft sind vor allem smarte Handelsstrategien und smarte Logistik-Lösungen (wie z.B. Omnichannelvertrieb oder Lieferservices rund um den Einkauf).
Entsprechend der inhaltlichen Fokussierung in den Arbeitsgruppen ist diese These mit weiteren Forschungsfragen zu operationalisieren:

Die Struktur und Aufgabenstellung in den Arbeitsgruppen orientiert sich an den Themen Handel, Logistik sowie Marketing, wobei verschiedene Aspekte vertieft werden sollen (vgl. Abbildung-Arbeitsgruppen). Die durch die HHL geplanten Fokusgruppeninterviews fließen in die Arbeit der Studierenden ein. Darüber hinaus wird im Rahmen des Studienprojektes das “One Question Survey Tool” angewendet.

Gruppenthema Vertiefende Fragestellungen

Inhabergeführter Facheinzelhandel – Laden- und Prozessgestaltung, am einem Beispiel

Welche unternehmerischen Anpassungsstrategien (funktional, raumgestalterisch etc.) geben eine Antwort auf sich veränderte Kundenanforderungen und die Digitalisierung des Alltags?
Warenhäuser – Omnichannel und die lokale und digitale Sichtbarkeit, am Beispiel „KARSTADT“ Wie können sich Warenhäuser den zukünftigen Anforderungen der Kunden nach kanalübergreifendem Einkaufen stellen?
Pop Up Stores als modernes Prinzip der Mustermesse Wie können Pop Up Stores zu einem kontinuierlichen Element des innerstädtischen Einzelhandelsangebotes in Leipzig entwickelt werden?

Last Mile Logistik und Services – Verbindung von Händler und Lieferservice

Wie können Lieferservices mit den Facheinzelhändlern der Leipziger Innenstadt bequem und sichtbar für den Kunden verknüpft werden?
Einzelhandelsimmobilien unter veränderten Nutzungsbedingungen Welche Auswirkungen hat der Onlinehandel auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien in Leipzig und welche Anpassungsstrategien resultieren daraus?
Die Innenstadt ist mehr als die Summe der Einzelhandelsangebote – Synergien zwischen Handel und anderen Nutzungen Wie können die Angebote und Nutzungen der Innenstadt zusammengedacht und sichtbar gemacht werden?

Parallel zum Studienprojekt wird eine Kick Off Veranstaltung mit Leipziger Innenstadtakteuren „SIND SIE SCHON VERNETZT“ – Gemeinsam digital in der Leipziger Innenstadt“ am 25.04.2018 im Festsaal der Stadt Leipzig stattfinden. Ziel dieser Veranstaltung ist die Sensibilisierung und Aktivierung der Innenstadtakteure (vor allem Händler und Hoteliers) für das Reallabor und die damit verbundene Chance zum Aufbau einer gemeinsamen lokalen Innenstadt-Serviceplattform (Veranstaltungsflyer und Programm siehe Abbildung).

Parallel bzw. im Anschluss an das Studienprojekt wird das Reallabor (für Oktober/November 2018 geplant) weiter vorbereitet. Dabei geht es vor allem um Fragen wie:

    • Welche Händler der Leipziger Innenstadt werden sich am Reallabor beteiligen?
    • Kann eine Beteiligung vor allem durch den Aufbau einer “Innenstadt-Navigations-App” mit Einbindung von Händler-/Hotelierinformationen gewährleistet werden und damit die Innenstadt als Gesamtagglomeration digital sichtbar gemacht werden?
    • Wie kann in Anknüpfung an das Zusammenarbeiten der Händler/Hoteliers in der Innenstadt ein digitaler Demonstrator in Kooperation mit der LVZ Post GmbH (als Logistikpartner) zur experimentellen Umsetzung einer Last Mile Lieferlogistik aussehen?
    • Wie kann sich die Forschungskooperation im geplanten Pop Up Store von TCHIBO und auf einer eigenen Fläche präsentieren?
    • etc.